Ein buntes Label klebt seit über zwanzig Jahren an jedem Neuwagen und soll beim Sparen helfen. Doch die Realität im Autohaus sieht völlig anders aus, denn die meisten Käufer würdigen die CO2-Kennzeichnung keines Blickes. Eine aktuelle Umfrage enthüllt jetzt, warum der vermeintliche Wegweiser sein Ziel komplett verfehlt und welche Werte dich beim Autokauf wirklich weiterbringen.
Zwei Jahrzehnte reine Theorie
Die Pflicht zur CO2-Kennzeichnung feiert ein großes Jubiläum, doch Partystimmung kommt im Autohaus garantiert nicht auf. Seit über zwei Jahrzehnten schreibt der Gesetzgeber diesen bunten Steckbrief für Personenkraftwagen nun schon vor. Eigentlich soll dir die Verordnung den schnellen Vergleich zwischen verschiedenen Modellen erleichtern und den Weg zu einem umweltschonenden Fahrzeug ebnen. Der gute Wille verpufft in der Praxis jedoch fast vollständig, da die bunten Balken im Verkaufsraum ein Schattendasein fristen. Die Bürokratie wächst, während der tatsächliche Nutzen für Autofahrer gegen null tendiert.
Große Ignoranz im Verkaufsraum
Der Autohandel erlebt derzeit eine handfeste Überraschung, die eine aktuelle Umfrage des neuen Verbands der Automobilhändler Deutschlands unmissverständlich aufdeckt. Stolze 51 Prozent der Autokäufer nehmen das Label am Fahrzeug überhaupt nicht wahr. Auch die Verbrauchseinstufung in der Autowerbung zieht an 48 Prozent der Interessenten völlig spurlos vorbei. Für die große Mehrheit von 68 Prozent hat die CO2-Einstufung somit absolut keinen Einfluss auf die Wahl des neuen Autos. Lediglich eine Minderheit von 28 Prozent interessiert sich beim Kauf gezielt für diese Verbrauchsangaben.
Der Wunsch nach echten Werten
Dieses kolossale Desinteresse bedeutet keineswegs, dass dir die laufenden Kosten oder die Umwelt egal sind. Ganz im Gegenteil, denn für 45 Prozent der Befragten besitzen der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Einstufung grundsätzlich eine sehr hohe Relevanz. Das eigentliche Problem liegt in der Aussagekraft der Daten, weshalb sich deutliche 67 Prozent der Autofahrer endlich verlässliche Angaben zum realen Verbrauch im Alltag wünschen. Der Interessenverband VDA fordert deshalb bereits einen radikalen Neustart und möchte das ungeliebte Papierlabel durch eine EU-weite digitale Klimadatenbank ersetzen, die in Zukunft echte Fakten liefert.


